Sie hat also gewonnen,

und wer die Show gestern nicht gesehen hat: 
es war fantastisch, unglaublich, überwältigend, märchenhaft und noch viel mehr, was da abging.

Ich gebe es zu, ich bin ein ESC-Fan, mein erster Song Contest Sieger war BucksFizz aus Großbritannien mit Making your mind up - vor einer Ewigkeit.

Ich habe mit dem Song Contest die englischen und französischen Namen aller damals relevanten europäischen Staaten und zählen von eins bis 12 in zwei Fremdsprachen gelernt.
Ich bin beim Voting mit der Tabelle aus der Zeitung gesessen und habe versucht, schneller beim Abschätzen der aktuellen Reihung zu sein als die im Fernsehen.
Ich habe auch gelernt, dass es Länder wie die Schweiz oder Belgien gibt, in denen mehr als eine Sprache gesprochen wird. War also auch gar nicht schlecht für die Allgemeinbildung.

In den letzten Wochen war ich mit anderen Dingen beschäftigt und ich habe es für mich deshalb gehalten wie früher, als die einzelnen Beiträge streng geheim waren und ganz Europa sie erst am Abend des Song Contests zu hören und sehen bekam. Ich hatte diesmal keine Ahnung von auch nur irgendeinem Lied, selbst von unserem Beitrag kannte ich nur die drei Takte aus dem Trailer des ORF.

Also Donnerstag Abend: nur für alle Fälle, falls der österreichische Beitrag wieder einmal durchfällt, wollte ich unser Lied wenigstens einmal auf der großen Showbühne gesehen haben.

Seien wir ehrlich, die ersten Kandidaten des Abends waren brauchbar oder langweilig oder witzig oder gut, aber vielleicht nicht ganz Song Contest tauglich oder...

Und dann blieb mir einfach der Mund offenstehen.

Diese Stimme, diese Bühnenpräsenz einer einzigen Person. 
Keine Akrobaten im Hintergrund, Rhönrad, Trampolin, Butterfass,  Fallschirm oder was da noch alles war. 
Eine Person, ruhig, stimmgewaltig und so sicher. Das war so anders als alles, was vorher an diesem Abend war.
Das war ein bisschen Gänsehaut.

Und dann diese blöde Spannung beim Voting schon am Donnerstag, als Österreich als letzte der Finalisten bekanntgegeben wurde!

Samstag Abend: den Nachrichten, dass Conchita Wurst mittlerweile zum Favoritenkreis für den Sieg zählt, konnte keiner mehr entgehen.

Aber als sie zum ersten Refrain ansetzte und deutlich zu hören war, dass das Publikum mitsang, nämlich wirklich den Text kannte und mitsang, nicht bloß pfeifen, jubeln, schreien, sondern MITSANG, das war dann fast schon ein bisschen unheimlich.

Der Rest ist Geschichte.

Details, Videos, Votings auf www.eurovision.tv


Herzlichen Glückwunsch, Conchita Wurst!

Ich freue mich wirklich für einen Menschen, der weiß, wofür er steht, der eine Botschaft hat und es schafft, diese und auch die Wichtigkeit dieser Botschaft anderen Menschen mitzuteilen, auf eine Art, die so begeisternd und eindringlich ist und den Funken überspringen lässt.

Weiter so!




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