Momentan sind wieder die "Ronnie-räumt-den-Tisch-auf-Festspiele"
Seit einigen Jahren haben meine Mutter, meine Tochter und ich eine passive Fernseh-Leidenschaft. Snooker.
Es gibt vermutlich genügend Menschen, die Snooker genauso spannend wie die Viskosität von Schmelzkäse halten, aber ich bin mir sicher, auch das hat seine Anhänger. Ich persönlich kann mit Tennis zum Beispiel überhaupt nichts anfangen.
In der Englisch-Klassenlektüre in der Unterstufe, einem Monatsmagazin, gab es einmal einen Artikel über einen Teenager aus England, deren Leidenschaft das Snookerspielen war. Die Überschrift des Artikels war SNOOKER-QUEEN und im Artikel folgte der Versuch der Erklärung der Spielregeln. Außer, dass dieses Spiel entfernte Ähnlichkeit mit Billiard hatte, wusste ich nach so vielen Jahren nicht mehr viel, aber immerhin. Aber was ich noch weiß, ist das der Artikel auf der rechten Seite rechts unten stand und das Foto das Mädchen mit dem Queue am Tisch zeigte.
Und dann setzt man sich vor den Fernseher, schaut auf den großen grünen Tisch, die Männer mit den Lackschuhen und ist einfach nur fasziniert von der Präzision der Spieler.
Es ist wie Schachspielen. Natürlich kann jeder eine Kugel versenken. Mit ein bisschen Glück klappt das schon beim ersten Mal. Aber dann sind da noch 14 rote Kugeln und die sechs farbigen, die abwechselnd zu versenken sind. Das bedeutet: man braucht eine Strategie!
Gerade jetzt ist Snooker-Weltmeisterschaft und Eurosport überträgt im FreeTV die wichtigsten Spiele. Ich nehme mir jetzt nicht dafür frei wie andere für das Finale der Superbowl, aber wenn ich meinen freien Tag habe, dann setze ich mich schon mal mit dem Vormittagskaffee vor den Fernseher.
Mittlerweile läuft schon das Viertelfinale, also sind nur noch die besten acht Spieler der Welt an den Tischen, und die sind wirklich sehenswert!
Ronnie O'Sullivan ist der absolute Star der Truppe, weil er neben seiner schlafwandlerischen Sicherheit auch eine wirklich sehenswerte Show bietet.
Die strengen Regeln des Snookerspiels lassen keine Fehler zu. Wer einen unsauberen Stoß abliefert und dem Gegner einen Einsteiger überlässt, hat unter Umständen den Frame verloren. Wenn der Gegner Ronnie O'Sullivan heißt, sogar ziemlich sicher.
Manchmal macht er den Eindruck, als wüsste er in dem Moment, als er an den Tisch kommt, was genau er machen muss, um den Tisch abzuräumen, und zwar Schritt für Schritt. Es ist unheimlich. Egal welches chaotisches Bild der Tisch auch zeigen mag, Ronnie räumt auf. Wenn der Gegner wirklich Pech hat, wie im Augenblick Shaun Murphy, dann hat er außer dem ersten Stoß nicht zu tun und sitzt ansonsten ohnmächtig in seiner Ecke.
Die einzelnen Matches ziehen sich über mehrere Tage und gerade jetzt startet die zweite Session von O'Sullivan gegen Murphy und Selby gegen MacManus.
Ich muss jetzt zuschauen.

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