Ich verwende meinen Wäschetrockner eher selten

Vor sehr vielen Jahren habe ich einen Seminole Kurs besucht. Nein, weder ein Kochkurs noch etwas, das mit Bewegung zu tun hat.

Seminole ist eine Patchworktechnik, entwickelt schon vor langer Zeit von den Seminole Indianern in Florida, um auch die dünnsten Stoffstreifen sinnvoll zu verwerten.

Mehrere schmale Stoffstreifen werden an den Längsseiten aneinander genäht, diese breite Streifen werden in Stücke geschnitten. Durch versetztes Anordnen ergeben sich grafische Muster, ähnlich Mosaiken, die für Bordüren oder zum Verlängern von Kleidungsstücken verwendet wurden. 



Meine Begeisterung für Patchwork hat immer etwas mit dem ursprünglichen Gedanken der Wiederverwertung zu tun. Entweder ein altes Kleidungsstück, an dem liebevolle Erinnerungen hängen oder Reste und Abschnitte vom Nähen. Da passte Seminole gut dazu.
Im Kurspreis war das Stoffpaket inbegriffen, und ich bin mir sicher, ich war nicht die einzige Teilnehmerin im Kurs, die die Farbauswahl gerne selber getroffen hätte: Vor uns lagen verschiedene Blau- Grün- und Lilatöne, eher gedeckte Schattierungen, und die freundlichste Assoziation, die mir über die Jahre eingefallen ist, war Lavendel.

Das Ganze ist etwa zwanzig Jahre her. Die Technik hat mir dann doch nicht zugesagt, weil sie eigentlich doch sehr aufwändig und fitzelig ist. Das Sackerl mit den Stoffstreifen, Musterstücken und Resten wanderte immer weiter nach hinten in den Kasten. Ab und zu holte ich es hervor und konnte mich doch nie überwinden, etwas daraus zu machen. Einmal dachte ich mir, aneinander genäht könnte aus den Streifen wenigstens eine Wickelunterlage für unterwegs werden. Nö. Hab ich mittendrin wieder aufgetrennt.

Dabei haben diese langweiligen Streifen nur auf ihre Bestimmung gewartet!

Sew Mama Sew has a wonderful beginner's tutorial on her site: lavender sachets for the dryer

Ha! Das ist es: Stoffstücke mit der passenden Farbe, wenn ihnen im Trockner etwas zustößt, fange ich nicht gleich zu weinen an, sinnvoll ist es auch noch. Super.

Man nehme:

Nähmaschine und passendes Garn,
Schere,
Stecknadeln,
ungeliebte lavendelfarbene Stoffreste,
eine Tasse Rundkornreis (damit er sich nicht durch den Stoff bohren kann),
4 EL getrocknete Lavendelblüten,
ätherisches Öl (Lavendel oder Ähnliches)

Zuerst Reis, Lavendel und äth.Öl vermischen, am besten in einer Tupperdose, dann kann es während des Nähens ziehen. Die Mischung hat für beide Säckchen gereicht.

Wenn ich Lavendelsäckchen oder Wärmekissen nähe, habe ich mir angewöhnt, den Rand zweimal knapp nebeneinander abzusteppen. So habe ich eine Sicherheitsnaht, besonders wenn Kinder diese Kissen benutzen.

Und weil die Stoffe aus dem Kurs sicher nicht vorgewaschen waren, war nach dem Rundumnähen der richtige Zeitpunkt, um sie wenigstens einmal mit heißem Wasser durchzudrücken. Schließlich kommen sie im Trockner mit nasser Wäsche in Kontakt, noch dazu mit Hitze und wer will schon Flecken in dieser Farbe auf Handtüchern und Bettwäsche haben.

Ja, ich verwende meinen Wäschetrockner eher selten. Ich bin ein Freund nicht zu trockener Raumluft. Die alten Kastenfenster gewähren auch eine ständige Zugluft und außerdem mag ich den Geruch frisch gewaschener Wäsche. Gerade auch an heißen Sommertagen ist die Wäsche am Ständer sicher schneller trocken als im Trockner.

Was in einer Wohnung allerdings gar nicht geht, ist das Aufhängen von Bettwäsche und Badetüchern. Aber die werden in Zukunft ganz wunderbar nach Lavendel duften.



 

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